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Mittwoch, 18. Oktober 2017

40 Jahre Operation Feuerzauber

Mogadischu/Sankt Augustin (ww) In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 führte die GSG 9 die „Operation Feuerzauber“ zur Befreiung der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch.
Die GSG 9 stürmt die "Landshut". Gemälde von Heinrich Achten (Foto: JPW)


Sie gilt bis heute als Lehrstück für erfolgreiche Kommandooperationen. Und sie ist ein Beleg dafür, daß sich der Kampf gegen den Terrorismus lohnt.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Eine "Vierte" für die "Neuner" - GSG 9 der Bundespolizei soll weitere Einsatzeinheit erhalten

Potsdam/Bonn (ww) Die GSG 9 der Bundespolizei soll eine vierte Einsatzeinheit erhalten. Die in Berlin stationierte Untergliederung soll auf CBRN-Bekämpfung spezialisiert werden. Das gab der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, im Rahmen eines Festaktes am 16. Oktober 2017 im Haus der Geschichte bekannt.
Die GSG 9 der Bundespolizei soll um eine vierte Einsatzeinheit aufwachsen. (Foto: Bundespolizei)
Die feierliche Veranstaltung würdigte das doppelte Jubiläumsjahr, welches die GSG 9 der Bundespolizei in diesem Jahr begeht: Die Gründung des intern „die Neuner“ genannten Verbandes am 26. September 1972 sowie 40 Jahre „Operation Feuerzauber“ am 18. Oktober 1977.

Tragbare Thales-Jammer für die Bundeswehr

Ditzingen (ww) Deutsche Soldaten werden in naher Zukunft in ihren Einsätzen noch besser gegen funkgesteuerte, improvisierte Sprengfallen geschützt sein. Am 4. Oktober unterzeichnete Thales Deutschland und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Rahmenvertrag über die Lieferung von tragbaren Jammern für den Schutz abgesessener Einsatzkräfte.
Der tragbare Thales-Jammer (Foto: Thales)
Die in Großbritannien hergestellten Systeme – dem Vernehmen nach handelt es sich um die Storm-H-Familie -  ermöglichen den Soldaten, sofort beim Verlassen ihrer Fahrzeuge über einen größtmöglichen Schutz gegen über Funk ausgelöste improvisiertes Sprengfallen (RC-IED = Radio-Controlled IED) zu verfügen. Ein leichtes Gewicht von etwas über einem Kilo, einfache Bedienung und lange Batterielaufzeit von mindestens acht Stunden zeichnen die  bereits bei mehreren NATO-Mitgliedsstatten im Einsatz befindlichen Jammer aus.

www.thalesgroup.com

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Aus HK416A7 soll G95 werden - das neue Sturmgewehr,Spezialkräfte der Bundeswehr

Koblenz/Oberndorf (ww) Das Heckler&Koch HK416A7 wird das neue „Sturmgewehr, Spezialkräfte“. Die Bundeswehrbezeichnung soll voraussichtlich Gewehr G95 lauten.

Das Sturmgewehr Spezialkräfte basiert auf dem HK416A7. (Foto: HK via Bundeswehr)




Die Waffe im Kaliber 5,56x 45  mm NATO arbeitet als Gasdrucklader mit Kurzhub-Gaskolbensystem. Das HK416A7 kommt auf ein Gewicht von 3690 Gramm und eine Rohrlänge von 14,5" (368mm). Dazu kommt noch ein 130 mm langer Mündungssignaturdämpfer. Das Gewehr G95 soll das neue Standardgewehr des Kommando Spezialkräfte und des Kommando Spezialkräfte der Marine werden. Es wird voraussichtlich ab Januar 2019 an die Truppe ausgeliefert. Bereits ab November 2017 sollen die technische Erprobung bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 sowie die taktische Erprobung durch die Spezialkräfte beginnen.
Das HK416A7 unterscheidet sich in einigen Details von den Vorgängermodellen der 416-Baureihe, beispielsweise bei Sicherung (Rastungen in 45-Grad statt 90-Grad-Schritte)  und Farbgebung (Flat Dark Earth statt RAL8000). Das etwas ältere HK416A5 ist zwar nicht in der Bundeswehr eingeführt, aber bei einigen Behörden in Nutzung und deshalb als G38 katalogisiert. Daher lässt auch die Bezeichnung G95 aufhorchen, denn neben dem erwähnten G38 lief das - zumindest letztes Jahr noch nicht aufgegebene - Vorhaben "Unterstützungswaffe leicht für KSK und Feldjäger" mit der Katalogisierungsnummer G26.


Das HK416A5 (Bild oben) befindet sich inzwischen bei einigen Bundes- und Landesbehörden im Dienst und trägt die Katalogisierungsnummer G38. Das HK416A7 weicht vom HK416A5 ab. (Foto: JPW)

Neben den fünf Produkt- und 40 Nachweismustern will die Bundeswehr insgesamt 1.705 Serienmodelle des „Sturmgewehr Speziakräfte“ beschaffen. Die Beschaffung der optischen und optronischen Anbauteile erfolgt in einem gesonderten Verfahren. Ebenso völlig unabhängig vom „Sturmgewehr Spezialkräfte“ läuft das „System Sturmgewehr Bundeswehr“. Hier ist die Angebotsaufforderung am 6. September an geeignete Firmen ergangen. Mehr zum „Sturmgewehr, Spezialkräfte“ in einer der nächsten ES&T.




www.heckler-koch.de

Dienstag, 10. Oktober 2017

SIG MCX für deutsche Polizei - Erstauftrag aus Berlin für Eckernförde

Eckernförde (ww) Der Trend zu Mitteldistanzwaffen bei deutschen Polizeibehörden trägt weitere Früchte. Jetzt konnte man in Eckernförde einen neuen Erfolg verbuchen: Eine große deutsche Landespolizeibehörde - inzwischen (12.10.2017) steht fest, daß es Berlin ist - hat der SIG Sauer GmbH & Co mit der Lieferung mehrerer hundert Gewehre des Typs MCX beuaftragt. Das meldete das Unternehmen am10. Oktober in einer Pressemitteilung.
Das deutsche Behördenteam von SIG Sauer bietet das MCX derzeit in vielseitigen Konfigurationen an (Foto: JPW)
Nachdem SIG Sauer in Europa u.a. bereits die London Metropolitan Police und die englische Spezialeinheit SAS mit solchen Gewehren ausgestattet hat, ist dies die erste große Vergabe eines Gewehrauftrages durch eine Länderpolizei in Deutschland überhaupt.
Die MCX-Gewehre werden mit speziell auf die Wünsche der Polizei angepassten Spezifikationen produziert. Die Waffen im Kaliber 5,56 x 45 mm lassen sich bei Bedarf auf 7,62 x 35mm (.300 BLK/.300 Whisper) umrüsten. Die Gewehre werden dem Vernehmen nach sowohl bei Spezialkräften als auch bei Beamten des Wach- und Wechseldienstes der Direktion Einsatz genutzt werden.
Durch die modulare und kompakte Bauweise wie auch weitere hochwertige technische Features konnte SIG Sauer im Wettbewerb überzeugen.
"Dieser Auftrag unterstreicht den Trend, bei der Bewaffnung von Sicherheitskräften stärker auf die Beschaffung von Gewehren zu setzen, die langsam die HK MP5 ablösen", so SIG Sauer-Geschäftsführer Franz von Stauffenberg.

Freitag, 6. Oktober 2017

Tarnung für den Großstadtdschungel - UfPro Urban Line

Trzin, Slowenien (ww) UF PRO hat seine neue Bekleidungssortiment “Urban Line” herausgebracht. Bereits auf der IWA hatte sie für Aufsehen gesorgt, inzwischen ist die robuste, zivil aussehende taktische Bekleidung ist für den “Großstadtdschungel” verfügbar.
Verschwinden im Großstadtdschungel - die neue UfPro Urban Line (Foto: UfPro)
Die UF PRO Urban Line umfasst die UfPRo P40 Urban Pants, die UfPro M1 Urban Jacket und dazu noch die UfPro Urban Shirts, namentlich T-Shirt und Polohemd. Alle bestehen aus fortschrittlichen Materialien die sich baumwollartig weich anfühlen, aber widrigsten und anhaltenden Witterungseinflüssen wie Regen oder kaltem Wetter standhalten können, teilen die slowenischen Bekleidungsspezialisten mit.
“Die Urban Line bietet das beste von allem”, so Armin Wagner, der Leiter der UfPro- Produktentwicklung. “Urban bringt die Leistung, die man von großartigen taktischen Bekleidungsstücken erwarten würde. Sie ist unglaublich komfortabel, Du kannst sie das ganze Jahr über tragen, sie sieht fantastisch aus und sie ist so gestaltet, dass man aus einer Menschenmenge nicht hervorsticht.”
Mehr zur Urban Line auf www.ufpro.si

Freitag, 29. September 2017

Hereford ist auf den Hund gekommen - neues Denkmal 75 Jahre 22nd SAS-Regiment

Hereford (ww) Der wohl bekannteste aller Spezialverbände weltweit feierte sehr diskret schon letztes Jahr sein 75jähriges Bestehen: Das 22nd Special Air Service Regiment. Jetzt gibt es ein erstes Bild des zu diesem Anlass geschaffenen Denkmals.
Das neue Denkmal des 22nd SAS Regiment in Hereford. Foto: David Willetts
Das von David Willetts veröffentlichte Foto zeigt eine bronzene Figurengruppe: Zwei Operators in zeitgenössischer Ausstattung und mit Hund. In der Tat dienen die K9-Kameraden auf vier Pfoten immer öfter in Spezialeinsätzen weltweit.
Enthüllt wurde das Denkmal von Seiner Königlichen Hoheit Prinz William, Duke of Cambridge und seiner Ehefrau Catherine, Herzogin von Cambridge.
Der S&T-Blog gratuliert [nachträglich, denn das Jubiläum war schon letztes Jahr] den britischen Kameraden an dieser Stelle nochmals herzlich zu ihrem Jubiläum und wünscht stets viel Erfolg, Fortune und immer eine glückliche Rückkehr aus den Einsätzen!

Donnerstag, 28. September 2017

Rhodesian Repro-Camouflage von Fireforce Ventures

Calgary, Kanada (ww) In taktischen Kreisen genießen rhodesische Spezialkräfte wie der Special Air Service („C“ Squadron), die Selous Scouts oder auch die Rhodesian Light Infantry Kultstatus. Einsatzverfahren wie das Fireforce-Konzept aus per Hubschrauber schnell verlegbaren Kampfverbänden gelten bis heute als wegweisend. Und auch etliche Designs der persönlichen Ausrüstung wie Chest-Rigs oder Gerätewesten bleiben populär. Das rhodesische Tarnschema – ein „Brushstroke“-Muster – gilt bis heute als ein sehr universell einsetzbares.
Die zweiteilige BDU in rhodesischem Tarnschema von Fireforce Ventures. (Foto: JPW)

Originale Uniformstücke sind allerdings seit dem Ende Rhodesiens am 18. April 1980 nur sehr teuer zu bekommen. Zwar trägt die Armee des heutigen Zimbabwe nach wie vor dieses Muster, aber es bleibt schwer verfügbar. Auch Reproduktionen in vernünftiger Qualität sind kaum erhältlich. „Wenn Du es nirgendwo kriegen kannst, mach es selbst“, dachten sich drei kanadische Soldaten – und gründeten im Juli 2016 die Firma „Fireforce Ventures“. Ihr Anspruch: Altbewährtes für heutige Anwender neu auflegen.

Mittwoch, 27. September 2017

Leopard 2-Leistungssteigerung A7V - Großauftrag für Rheinmetall

Düsseldorf (ww) Rheinmetall wird mit einem umfangreichen Leistungspaket die Leopard-Kampfpanzer der Bundeswehr modernisieren. Wie der Düsseldorfer Technologiekonzern heute (27.09.2017) mitteilt, ist er für wesentliche Elemente der Kampfwertsteigerung von 104 Leopard-2-Panzern zuständig, die auf den neuesten Konstruktionsstand A7V gebracht werden.
Die Bundeswehr will 104 Leopard 2 auf den Konstruktionstand A7V bringen. (Foto: KMW)
Insgesamt will die Bundeswehr 68 Leopard 2A4, 16 Leopard 2A6 und 20 Leopard 2A7 auf den Konstruktionsstand A7V bringen. Im Rahmen der Modernisierung übernimmt Rheinmetall die Behebung von Obsoleszenzen am Feuerleitrechner und am Rechnerbediengerät, rüstet einen neuen augensicheren Laserentfernungsmesser ein und integriert ein neues Wärmebildgerät.
Weiterhin liefert Rheinmetall neue Waffenanlagen des Typs L55A1 für die zu modernisierenden 68 Leopard 2A4. Diese Kampfpanzer verfügen dann waffenseitig bereits über die technischen Voraussetzungen, die nächste Generation panzerbrechender Munition im höheren Druckbereich verschießen zu können. Alle 104 Leopard 2A7V erhalten die Fähigkeit, die neue programmierbare Mehrzweckmunition DM11 zu nutzen.
Die ersten umgerüsteten Serienkampfpanzer Leopard 2 A7V sollen der Bundeswehr ab 2020 zulaufen.


www.rheinmetal.com

Dienstag, 26. September 2017

Fescher Fleckerlteppich - neue Tarnuniform des österreichischen Bundesheeres

Wien (ww) Das österreichische Bundesheer will eine neue Tarnuniform einführen.  Sie soll funktional gestaltet werden und den Anforderungen der aktuellen Einsatzumgebung entsprechen. Gleichzeitig soll sie die Faktoren Witterungsschutz und Tragekomfort berücksichtigen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil stellte den Entwurf heute in Wien vor.
Die neue österreichische Tarnuniform (Foto: Bundesheer/Puschner)
Das Österreichische Bundesheer setzt bei dem Vorhaben auf einen durch heeresinterne Experten entwickelten Flächentarndruck modernster Prägung. Das Tarnmuster besteht aus sechs Farben, wobei sich das Design aus klein- und großflächigen Flecken zusammensetzt. Durch die speziellen Infrarot-Remissionswerte der einzelnen Farben wird eine Aufklärung mit optronischen Aufklärungsmitteln (z.B.: Nachtsichtgeräte) erschwert.
Der neue Flächentarndruck eignet sich für ein breites Einsatzspektrum sowohl im bewaldeten aber auch urbanen Gelände und lässt als unverwechselbares nationales Tarnmuster den Soldaten bzw. die Soldatin als Angehörige des Österreichischen Bundesheeres erkennen.

Alles Gute nach Hangelar - 45 Jahre GSG 9


Sankt Augustin/Hangelar (ww) Heute vor 45 Jahren, am 26. September 1972, schlug die Geburtsstunde der GSG 9 der Bundespolizei.


Einsatzbeamte der GSG 9 der Bundespolizei in aktueller Ausrüstung (Foto: JPW)

Als Reaktion auf das blutige Olympiaattentat (5./6. September 1972) beschloss die Bundesregierung unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, eine neuartige Spezialeinheit zur Terrorismusbekämpfung aufzustellen. Dem damaligen Oberstleutnant im Bundesgrenzschutz (BGS) Ulrich K. Wegener – Verbindungsstabsoffizier im Bundesministerium des Innern und mit Innenminister Hans-Dietrich Genscher bei den tragischen Ereignissen in München und Fürstenfeldbruck vor Ort – gelang es, seine politische Führung davon zu überzeugen, diese Einheit beim Bundesgrenzschutz aufzustellen. Am 26. September kam dann der entsprechende Erlaß des BMI. Der BGS führte damals insgesamt acht Grenzschutzgruppen (GSG): GSG 1 bis GSG 7 und die GSG See. Der völlig neue Verband wurde als neunte GSG beim Grenzschutzkommando Mitte in Sankt Augustin-Hangelar eingegliedert – die Geburtsstunde der GSG 9! Gründungskommandeur wurde Wegener.

Samstag, 23. September 2017

Willkommen zu Hause, Landshut! (Nachtrag: Mit Link zur Spendenmöglichkeit)

Friedrichshafen (ww) Die Landshut ist gelandet! Heute morgen gegen 09:20 Uhr setzte der Flug VDA7158 in Friedrichshafen auf.
Die Flugroute auf flightradar24
Die AN-124 kurz nach der Landung (Foto: Dornier-Museum)
Der Rumpf der Landshut im Laderaum (Foto: Dorniermuseum)
Leider kann ich nicht selbst vor Ort sein, aber für andere, die mitfiebern, berichten die Kolleginnen und Kollegen vom SWR in einem live-Blog.
Erste Bilder hat auch das Dorniermuseum Friedrichshafen bereitgestellt. Das Museum hat zudem eine eigene Projektseite erstellt, über die sich das Vorhaben mit Spenden unterstützen lässt: www.die-landshut.de
Über den weiteren Fortgang des Projekts berichtet der S&T-Blog in unregelmäßigen Abständen.



Donnerstag, 21. September 2017

Dynamit Nobel Defence übergibt Wirkmittel 90 an die Bundeswehr

Burbach (ww) Dynamit Nobel Defence (DND) hat der Bundeswehr heute das Wirkmittel 90 offiziell übergeben. Mit dem Wirkmittel 90 (Firmenname RGW90 Long Range Multi Purpose) hat Dynamit Nobel Defence ein rund zehn Kilo leichtes Mehrzweckwaffensystem entwickelt, welches über einen programmierbaren und sehr effektiven Gefechtskopf gegen verschiedene Zielspektren für Kampfentfernungen bis 1.200 Meter verfügt.
Wirkmittel 90 (Foto: Dynamit Nobel Defence)
Der Schütze kann den Gefechtskopf des "Wirkmittels 90 - Patrone DM11 Spreng, MZ"  vor dem Abschuss über das Feuerleitvisier in drei verschiedenen Modi programmieren: Aufschlag mit oder ohne Verzögerung sowie Luftsprengpunkt. Damit eignet sich die nach dem „Davis-Kanonen-Prinzip“ mit Gegenmasse arbeitende Mehrzweck-Handwaffe zur Bekämpfung leicht gepanzerter Fahrzeuge, Feldstellungen und Ziele hinter Deckungen. Neben der DM11-Spreng/Mehrzweckmunition stehen auch Anti-Struktur-, Leucht-, Nebel- und Übungsmunition zur  Verfügung.
DND ist als Systemführer verantwortlich für Abschussrohr und Gefechtskopf, Heckler&Koch fertigt das Griffstück mit der Abfeuerungseinrichtung und Hensoldt das Feuerleitvisier „Dynahawk“. Die abnehmbare Visiereinrichtung zeigt dem Schützen unter anderem die Entfernung zum Ziel sowie andere relevante Daten im Sichtfeld an. Das Feuerleitvisier lässt sich auch in Verbindung mit Nachtsichtgeräten einsetzen. Von Rheinmetall wiederum stammen die Nebel-, Leucht- und Übungspatronen. Thales hat bereits im Januar 2016 einen mobilen Sagittarius-Evolution-Simulator für das Wirkmittel-90 an das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr übergeben.

www.dn-defence.com

Veranstaltungshinweis: Landung der legendären Landshut am 23. September 2017 in Friedrichshafen

Fortaleza/Brasilien, Friedrichshafen (ww) Am 23. September 2017 begrüßt das Dornier-Museum die legendäre Lufthansa-Maschine „Landshut“ in Friedrichshafen. Das Dornier Museum öffnet daher ab 8.00 Uhr seine Türen. Einen festen Eintrittspreis wird es an diesem Tag nicht geben. Unter dem Motto „zahle was du willst“ darf jeder Besucher selbst entscheiden, wieviel er bezahlt und damit das Landshut-Projekt unterstützt.

Wie die Museumsleitung mitteilt,  fliegt eine Antonow An 124 vom brasilianischen Fortaleza kommend und nach einem Zwischenstopp auf den Kapverdischen Inseln am Samstag gegen 9.00 Uhr den Rumpf der „Landshut“ (eine Boeing 737-200) auf dem Flughafen Friedrichshafen ein. Die beiden Tragflächen sowie weitere Teile der Landshut liefert dann gegen 13 Uhr ein weiteres Großflugzeug, eine Iljushin 76. Alle Landshut-Teile werden bis zum Beginn der Restaurierung am Friedrichshafener Flughafen neben dem Dornier Museum in einer Halle gelagert.
Die Besucher erwartet nach dem Landespektakel der Antonow An 124 bis in den Nachmittag hinein ein informatives Programm. Für eine umfassende Information ist gesorgt, eine Video-Übertragung wird die Öffnung der Antonow An 124 für alle erlebbar machen, in Kurztalks wird an die Ereignisse aus dem Jahr 1977 erinnert, Experten werden Details der Demontage und des Transports erläutern. Außerdem ist für musikalische Unterhaltung und eine gastronomische Versorgung der Besucher gesorgt. Die Parkmöglichkeiten am Museum sind begrenzt. Weitere Parkgelegenheiten gibt es auf dem Parkplatz P6 der ZF Friedrichshafen (Flugplatzstraße). Von dort fährt ein Shuttlebus. Es wird zudem empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.
Die „Landshut“ war im „Deutschen Herbst“ am 13. Oktober 1977 von palästinensischen Terroristen entführt und nach einem mehrtägigen Irrflug mit der Operation „Feuerzauber“ in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 von der GSG 9 befreit worden.


www.dorniermuseum.de

Mittwoch, 20. September 2017

Modulares Sturmgewehrsystem RS556 - erste Eindrücke

Unterlüß (ww) Anfang der Woche hat Rheinmetall der Fachpresse in Unterlüß das System Infanterie vorgestellt.
Boxer mit LANCE-Turm, IdZ-ES, RS556 und UMF (Foto: JPW)
Neben dem Soldatensystem IdZ-ES und dem Führungssystem TacNet, dem Unbemannten Mehrzweckfahrzeug UMF und dem GTK Boxer mit dem Zwei-Mann LANCE-Turm gehört auch das modulare Sturmgewehrsystem RS556 dazu.
Schießen mit dem RS556 (Foto: JPW)
Erstmals bestand bei dem Event die Möglichkeit, die neue Waffe zu schießen.

Sonntag, 17. September 2017

DSEI 2017 - im britischen Beritt

London (ww) Die DSEI 2017 liegt nun wenige Tage hinter uns. Der S&T-Blog war natürlich auf Spähtrupp. In aller Kürze ein paar Hingucker.
Das Challenger Live Extension Project sowie das "Mechanised Infantry Vehicle" sind zwei Großvorhaben der British Army. Nicht zufällig fanden sich deshalb am Rheinmetall-Stand der Kampfpanzer-Technologiedemonstrator MBT ADT und ein Boxer in britischen Farben.
MBT ADT und Boxer im Union Jack (Foto: JPW)

Auch beim industriellen Partner KMW am KNDS-Stand war neben dem französischen VBCI der Boxer zu sehen - mit abgesetztem "PuBo"-Modul (Puma-Turm auf Boxer).
PuBo-Boxer am KNDS-Stand (Foto: JPW)
Lockheed Martin adressierte seine Bereitschaft, den Schützenpanzer Warrior zu modernisieren.

Freitag, 15. September 2017

Großauftrag von Liebherr: Rheinmetall liefert geschützte Kabinen für neue Kranfahrzeuggeneration der Bundeswehr

Ehingen/Düsseldorf (ww) Die Liebherr-Werk Ehingen GmbH, der Weltmarktführer bei Mobilkranen, hat Rheinmetall mit der Lieferung geschützter Fahrerhäuser und Krankabinen für die neue Kranfahrzeuggeneration der Bundeswehr beauftragt. So liefert Rheinmetall ab 2018 insgesamt 71 geschützte Fahrerhäuser und Kranbedienerkabinen für 38 neu entwickelte geschützte Mobilkrane G-LTM sowie 33 Exemplare des ebenfalls brandneuen geschützten Bergekranfahrzeugs G-BKF aus.
Die Fahrerkabinen bieten der Besatzung Schutz vor ballistischen, Minen- und IED-Bedrohungen und sind zudem mit einer ABC-Schutzbelüftungsanlage ausgestattet. Die Krankabinen bieten dem Kranbediener während der Kranarbeiten ballistischen Schutz. Beide Kabinen sind für G-LTM und G-BKF baugleich.
G-BKF der Bundeswehr (Foto: Liebherr/Rheinmetall)
Rheinmetall betont in seiner Pressemitteilung eine mehrfache Bedeutung des Auftrags. So handelt es sich um einen weiteren OEM Hersteller, der vom Geschäftsbereich Protection Systems mit integrierten Schutzlösungen beliefert wird. Das Vorhaben gilt darüber hinaus als Vorzeigeprojekt für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Dank integrierter Nachweisführung ließ sich ein sehr kurzer Entwicklungszyklus realisieren: Im Jahr 2013 startete das Projekt, 2016 wurde der Demonstrator fertiggestellt und 2018 beginnt die Auslieferung der ersten Serienfahrzeuge. Der Auftragswert für Rheinmetall liegt im zweistelligen Millionenbereich, die Kabinen werden bis 2021 ausgeliefert werden.
www.rheinmetall.com
www.liebherr.de

Alles im Kasten - Beaverfit realisiert Center for Urban Tactics and Climbing der Royal Marine Commandos

London (ww) Beaverfit hat für die Reserve der Royal Marine Commandos in London eine neuartiges Ausbildungszentrum realisiert: Das Center for Urban Tactics and Climbing, kurz CUTAC.
Auf Einladung der Briten und ihres deutschen Vertriebspartners Tacwrk konnte ich mir im Vorfeld der diesjährigen DSEI diese vielseitige Einrichtung anschauen.
Das vier Stockwerke hohe CUTAC ermöglicht es, über 20 verschiedene Zugangs-, Kletter- und Abseiltechniken auszubilden und zu trainieren. (Foto: JPW)
Ausgangspunkt des CUTAC war die Überlegung des seinerzeitigen Commanding Officer der „Capital’s Royal Marines Reserve“, Ed Moorhouse, die Ausbildungsmöglichkeiten seines Verbandes für urbane Kletter- und Kampftechniken zu optimieren. Je nachdem, ob urbane, Gebirgs- oder sonstige Kletterausbildung zu erfolgen hatte, fielen Reisekosten zu diversen Standorten an. Zudem war das Personal nicht in der eigenen Kaserne verfügbar, um andere Aufgaben wahrnehmen zu können. Möglicher Lösungsansatz: Schaffung eines entsprechenden Ausbildungszentrums in den Royal Marines Barracks Wandsworth – und zwar auf Containerbasis.

Donnerstag, 7. September 2017

Die Speerspitze - neues Sturmgewehr Grot und neue MAPA-Ausstattung für neue polnische Territorialverteidigungskräfte

Kielce, Polen (ww) Die polnische Waffenfabrik FB Radom hat vom Verteidigungsministerium ihres Heimatlandes den Auftrag zur Lieferung von 54.000 neuen Sturmgewehren Grot (“Speerspitze“) erhalten.
Mobile Territorialkräfte-Trupps präsentierten das neue Sturmgewehr GROT und die neue MAPA-getarnte Ausstattung auf der MSPO 2017 - hier vor dem Lynx KF31 in Schützenpanzervariante mit LANCE-Turm. (Foto: JPW)

Auf der Rüstungsmesse MSPO wurde am 6. September 2017 der seit Jahrzehnten größte Auftrag an FB Radom zur Lieferung von Handwaffen unterzeichnet. Damit kommt die einst unter dem Projektnamen "Modulowy System Broni Strzeleckiej" (MSBS, modulares Handwaffensystem) entwickelte Waffe nun endgültig in die Truppe. Bisher war nur die für Repräsentationszwecke ausgelegte Version für das Wachbataillon beschafft worden.

Samstag, 2. September 2017

9. Special Forces Workshop Güstrow - neues zu Taktik und Technik im Norden

Güstrow (ww) Neue terroristische Bedrohungen erfordern neue Taktik und Technik. Die diesjährige Ausgabe des wie gewohnt auf hohem Niveau gehaltenen Special Forces Workshops in Güstrow hielt wieder etliches neues zu Taktik und Technik parat.
Die neue Türöffnungsmunition Rheinmetall HEBE im scharfen Schuss. (Foto: JPW)
Unverändert hoch herrscht bei dem vom Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern, vom SEK Mecklenburg-Vorpommern und vom Baltic-Shooters Team um Frank Thiel organisierten Special Forces Workshop hoher Andrang. Das gilt sowohl teilnehmer- als auch industrieseitig. Alleine 52 Mannschaften aus dem Spezialeinheiten (SE)-Bereich reisten an. Dazu kamen noch weitere acht Teams von Unterstützungskräften und von der Bundeswehr. Neben deutschen waren Mannschaften aus Monaco, Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien dabei.

Freitag, 25. August 2017

Die nächste Generation - Glock Gen5

Deutsch Wagram (ww)Die österreichische Waffenschmiede Glock bringt die fünfte Generation ihrer weltberühmten Schlagbolzenschlosspistole heraus. In deren Konstruktion flossen die Erfahrungen des Unternehmens aus zwei US-Großvorhaben ein: die neue Dienstpistolenfamilie des FBI (19M und 17M) und das Glock 19 Modular Handgun System (MHS) der U. S. Army.
Glock 17 Gen5 und Glock 19 Gen5 (Foto: JPW)

Der S&T-Blog konnte  einen ersten Blick auf die Standardvariante Glock 17 Gen5 und die Kompaktversion Glock 19 Gen5 werfen. Zu den Modifikationen gehören eine verbesserte Oberflächenbeschichtung (nDLC-Finish), der neue Glock Marksman Barrel (hexagonales Laufprofil, Rechtsdrall, 250 mm Dralllänge), ein aufgeweiteter Magazinschacht, ein beidseitig bedienbarer Verschlussfanghebel sowie der Verzicht auf die Fingermulden am Griffstück. Die Zubringer der Gen 5-Magazine sind zudem orangefarben ausgeführt. Geblieben wiederum sind die bewährten, drei unabhängig voneinander arbeitenden Sicherungen: Fallsicherung, Schlagbolzensicherung und Abzugssicherung. Mehr zu den Waffen und wie sie sich auf dem Schießstand schlugen in der ES&T und demnächst in VISIER.
www.glock.at

Sonntag, 20. August 2017

Homburger Beitrag zur Bundeswehr-Traditionsdebatte

Bad Homburg v.d.H. (ww) Ja, der geneigte Leser hat richtig gelesen:  Dieser Beitrag zur Traditionsdebatte der Bundeswehr kommt aus Homburg und nicht aus Hamburg. Ich war selbst am 17. August 2017 auch gar nicht persönlich an der Führungsakademie der Bundeswehr in der stolzen und schönen Freien und Hansestadt, wo die Inhaberin der Befehls-und Kommandogewalt im Frieden den ersten Workshop zum neuen Traditionserlass der deutschen Streitkräfte veranstaltete.
Gleichwohl aber habe ich mitverfolgt, daß Frau Ministerin von der Leyen die Freiheitskriege als Startpunkt für die Bundeswehr-Tradition vorschlägt. Nun halte ich die Freiheitskriege für absolut traditionswürdig! Aber das ist eine andere Diskussion, die ich zu gegebener Zeit gesondert aufgreifen werde. Hier geht es hingegen um einen Beitrag aus Homburg, genauer gesagt Hessen-Homburg. Ich lege nämlich dar, warum ich als gelernter Kavallerieoffizier in meiner persönlichen Traditionspflege noch weiter als zu den Befreiungskriegen zurückgehe. So halte ich Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (1633 – 1708) für geradezu vorbildlich traditionswürdig!
Der Prinz von Homburg in der Schlacht bei Fehrbellin (Foto: JPW)
Friedrich diente als Kavallerieoffizier in verschiedenen europäischen Streitkräften. Das war für seinesgleichen in seiner Zeit nicht unüblich und könnte aufgrund des sich abzeichnenden Personalmangels in den Profiarmeen der EU möglicherweise bald wieder gängige Praxis werden (andere Diskussion). Er zeichnete sich dabei durch einen starken Willen aus. In schwedischen Diensten erlitt er beim Sturm auf Kopenhagen 1659 eine schwere Verwundung. Er verlor seinen rechten Unterschenkel. Der Legende nach soll er sich die letzten Sehnen sogar noch selbst durchtrennt haben.
Das konnte seinen Kampfgeist jedoch nicht schmälern. Mit einer Prothese leistete der kriegsversehrte Veteran weiter Dienst. Als General der Kavallerie wurde er 1672 sogar Befehlshaber des brandenburgischen Heeres. Im Dienst Friedrich Wilhelms von Brandenburg stehend gelang ihm wohl eine seiner herrlichsten Waffentaten. So griff er am 18. Juni 1675 eigenmächtig bei Fehrbellin die schwedische Nachhut an und verhalf in der folgenden Schlacht dem „Großen Kurfürsten“ zu einem glänzenden Sieg.
Das "kleine Denkmal" bei Hakenberg erinnert noch heute an Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg und weitere Mitstreiter. (Foto: JPW)
Dieser gilt sogar als Geburtsstunde für die Größe Preußens (wobei man über die Glorfizierung Preußens durchaus geteilter Meinung sein kann – wieder eine andere Diskussion). Immerhin trug in der "Alten Armee" das Husarenregiment Nr. 14 (2. Kurhessisches) den Ehrennamen "Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg".
Husaren des Husarenregimnets Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14 (Foto: HR14)
Neben den militärischen Tugenden wie Tapferkeit, Initiative und Beharrlichkeit sprechen aber noch weitere gute Gründe für seine Traditionswürdigkeit. 1681 übernahm Friedrich II. die Herrschaft in Hessen-Homburg. Während seiner Regierungszeit nahm er in seiner Landgrafschaft viele Schutzsuchende auf – vor allem aus dem katholischen Frankreich vertriebene protestantische Waldenser und Hugenotten. „Lieber will ich mein Silbergerät [seine durch den Holfalchimisten Paul Andrich geschaffene, sehr wertvolle Beinprothese] verkaufen, als diesen armen Menschen keine Zuflucht zu gewähren“, wird er zitiert. Natürlich folgte er dabei einer humanistischen Motivation. Er hatte aber ebenso das Wohl seines Landes im Blick. So profitierte die durch den 30jährigen Krieg mitgenommene Grafschaft von der durchaus interessengeleiteten Einwanderung, denn die Schutzsuchenden brachten Handwerk und zahlreiche Fachkenntnisse mit. Die die nach dem „Landgrafen mit dem Silbernen Bein“ benannte Stadt Friedrichsdorf ist bis heute für ihren Zwieback weltbekannt.
Der „Prinz von Homburg“ erweist sich also nicht nur als vorbildlicher Soldat, sondern auch als weitsichtiger Staatsmann als traditionswürdig.

Jan-Phillipp Weisswange

Mittwoch, 16. August 2017

Britannia Rule the Waves - HMS Queen Elizabeth trifft in Portsmouth ein

Portsmouth (ww) Für die Seefahrernation Großbritannien markiert dieser 16. August 2017 einen Feiertag. So fuhr das neue Flaggschiff der Royal Navy, die HMS QUENN ELIZABETH, heute erstmals in ihren Heimathafen Portsmouth ein. Etliche Zuschauer fanden sich hierzu in "Pompey" ein.
Die HMS QUEEN ELIZABETH bei ihrer Einfahrt in Portsmouth (Foto: Royal Navy)
Gemeinsam mit dem Schwesterschiff HMS PRINE OF WALES fungiert die HMS QUEEN ELIZABETH als Flaggschiff der Royal Navy. Die beiden 280 Meter langen Flugzeugträger sind die größten jemals für die Royal Navy gebauten Einheiten. Sie verdrängen 65.000 Tonnen und haben eine Reichweite von 10.000 Seemeilen. Sie sind derzeit noch mit Hubschraubern bestückt. Ab 2020 sollen aber F35 Lightning II-Kampfflugzeuge von ihren Flugdecks abheben.
Ahoi! Der S&T-Blog gratuliert der Royal Navy und wünscht dem Kommandierenden Offizier der HMS QUEEN ELIZABETH, Captain Jerry Kyd, und seinen Kameraden immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Dienstag, 15. August 2017

HK433 - erste Eindrücke (with a translation in English language as a follow up)

Bonn/Güstrow (ww) [International Readers: Please find an English translation at the end of this article] Das neue Sturmgewehr HK433  aus Oberndorf sorgte bereits auf der EnforceTac für Aufsehen. Jetzt konnte der S&T-Blog einen ersten näheren Blick auf die Waffe werfen – jedenfalls auf einen derzeitigen Konstruktionsstand.
Das HK433 im Feuerstoß (Foto: JPW)
Das HK433 – ein Kurzhub-Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss – vereint Merkmale des G36 und der HK416-Baureihe miteinander. So verfügt es über ein Leichtmetallgehäuse, einen Slim-Line-Handschutz mit HKey-Schnittstellen und eine an die rechts Waffenseite anklappbare längen- und höhenverstellbare Schulterstütze.
Die Waffe mit 14.5"-Rohr von links... (Foto: JPW)
...und mit angeklappter Schulterstütze von rechts. (Foto: JPW)
Die Gehäuseunterteile können sich entweder am G36- oder dem HK416-Bedienkonzept orientieren. Das in Güstrow gezeigte Modell folgte dem ersten Ansatz.

Notlandeplätze - NATO-Nostalgie mit Zukunft?

A57-Parkplatz Bönninghardt (ww) Ein schnurgerades Stück Autobahn ohne Überführungen, ein Parkplatz rechts, ein beginnender durchbetonierter Mittelstreifen und nach zwei bis drei Kilometern wieder ein Parkplatz auf der Gegenfahrbahn. NATO-Nostalgiker wie der Verfasser wissen sofort bescheid: Man hat einen Notlandeplatz (NLP) passiert.
Blick vom Parkplatz Bönninghardt in nordwestliche Richtung auf die durchasphaltierte Fahrbahn der A57.
Man beachte auch den rot-weiß markierten Funkmast. (Foto: JPW)
Notlandeplätze dienten im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung als militärische Ausweich-Flugplätze. Die als NLPs vorgesehenen Autobahnabschnitte ließen sich in kurzer Zeit umbauen, entsprechendes Gerät - beispielsweise mobile Tower - standen in relativer Nähe bereit. Viele dieser Einrichtungen gibt es nicht mehr, dennoch bleiben sie rudimentär zu erkennen. Weitere Details lassen sich mit etwas Suchen ebenfalls finden. Beispielsweise asphaltierte Zufahrtsstraßen zu den Parkplätzen, die einst als Stellfläche für Flugzeuge dienten. Oder Stromverteilerkästen zur Energieversorgung. Oder rot-weiß-markierte mögliche Flughindernisse.
Haben ist bekanntlich besser als brauchen, und so lassen sich möglicherweise einige der ehemaligen NLP wieder nutzen. Daß dies noch geübt wird, zeigte neulich das US SOCOM im Baltikum. Hier ließen Forward Air Controller  (FAC) Erdkampfflugzeuge A-10A Thunderbolt auf einer estnischen Autobahn landen.
FAC des USSOCOM lassen A-10s auf einer estnischen Autobahn landen. (Fotos: USSOCOM)

FAC des USSOCOM lassen A-10s auf einer estnischen Autobahn landen. (Fotos: USSOCOM)


Insofern: Many happy landings, NLPs!



Donnerstag, 10. August 2017

Glock 19 MHS - systematische One-Gun-Solution

Deutsch Wagram (ww) Glock war im Modular Handgun System (MHS)-Programm der U.S. Army einer der zwei Bewerber, der die „Competitive Range“ erreichte – also in der Endauswahl stand. Kürzlich konnten mein Kollege Waldemar Geiger (ES&T) und ich das dafür eigens entwickelte Glock-MHS der österreichischen Waffenschmiede vor Ort in Deustch-Wagram anschauen.

Das Glock 19MHS als Kit: Waffe mit eingesetztem Standard- und zwei verlängerten 19-Schuss-Magazinen sowie austauschbaren Griffrücken (Foto: JPW)
Einen ausführlichen Bericht einschließlich eines Interviews mit Dr. Stephan Dörler, Geschäftsführer der Glock Ges. m. b. H., und Richard Flür, Director International Sales, zu den Hintergründen des MHS-Projektes gibt es hier bei ES&T as well as in English language at European Security and Defence. Vielen Dank auch an dieser Stelle, uns den Besuch ermöglicht zu haben und für Fragen zur Verfügung gestanden zu haben! Die wichtigsten Punkte zu dem System in aller Kürze gibt es natürlich auch hier.

Dienstag, 8. August 2017

Bundespolizeidirektion 11 nimmt Dienst auf - Bündelung der Spezialkräfte

Berlin (ww) Die Bundespolizei stellt heute eine neue Direktion offiziell in Dienst: Mit dieser neu eingerichteten Bundespolizeidirektion 11 in Berlin werden verschiedene spezialisierte Bereiche der Bundespolizei zur besseren Bewältigung komplexer Einsätze im In- und Ausland in einer Behörde gebündelt.
Seit 1. August 2017 unter Führung der Bundespolizeidirektion 11: Bundespolizei-Flugdienst und GSG 9 der Bundespolizei (Foto: JPW)

Mit Wirkung zum 1. August 2017 führt die Bundespolizeidirektion 11 die Spezialkräfte GSG 9 der Bundespolizei, Bundespolizei-Fliegergruppe, Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei, Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr der Bundespolizei sowie die Einsatz- und Ermittlungsunterstützung der Bundespolizei. Darüber hinaus wurde die Fachverantwortung für die Entschärfungsdienste der Bundespolizei der Bundespolizeidirektion 11 übertragen.
Hauptziele sind, Spezialbereiche unter einer zentralen Führungs- und Einsatzstruktur zu bündeln, besondere Kompetenzen bestmöglich zu verzahnen und vereinheitlichen und so unter erhöhter Flexibilität und Anpassungsfähigkeit die Krisen- und Reaktionsfähigkeit der Bundespolizei in komplexen Lagen zu stärken. Das zielt auf folgende Vorteile ab:

* klare und eindeutige Weisungs- und Einsatzstruktur;
* schnelles und effizientes Handeln ohne Zeitverzug;
* Synergieeffekte in den Bereichen Fortbildung, Polizeitechnik und Materialmanagement;
* Erhalt von Fachwissen und speziellen Fertigkeiten;
* Entlastung des Bundespolizeipräsidiums von Vollzugsaufgaben.

Die Aufbauarbeit der Direktion hatte – wie berichtet - ab Februar 2017 begonnen. Präsident der neuen Bundespolizeidirektion 11 ist Direktor in der Bundespolizei Olaf Lindner.
Der Präsident der Bundespolizeidirektion 11, Direktor in der Bundespolizei Olaf Lindner (Mitte), brieft den Bundesminister des Innern, Thomas de Maiziere (l.) bei dessen Antrittsbesuch. Rechts von Lindner Leitender Polizeidirektor Jerome Fuchs, Kommandeur GSG 9 der Bundespolizei. (Twitter-Bild des BMI)


Olaf Lindner ist in der internationalen Spezialkräfte-Community bestens bekannt. 1966 geboren und zunächst Reserveoffizier in der Panzergrenadiertruppe, trat er 1990 in die GSG 9 ein. Dort durchlief er verschiedene Verwendungen und war unter anderem Einheitsführer der "Zwoten", also der 2. (maritimen) Einsatzeinheit. Von 2005 bis 2014 führte er den Verband als Kommandeur und leitete unter anderem den Hansa-Stavanger-Einsatz. Ebenso fungierte er von 2012 bis 2014 als Präsident des ATLAS-Kooperationsverbundes europäischer Polizei-Spezialeinheiten.
Die Liegenschaft der Bundespolizeidirektion 11 in Berlin (Foto: Bundespolizei)
Der S&T-Blog gratuliert zur Aufstellung und wünscht der neuen Direktion und ihren unterstellten Bereichen stets viel Erfolg, Fortune, Many Happy Landings und immer eine sichere Rückkehr aus den Einsätzen!

www.bmi.bund.de
www.bundespolizei.de

Sonntag, 6. August 2017

ICSR-Programm der U.S. Army - Zwischenlösung in 7,62 x 51

New Jersey (ww) Die U.S.Army sucht eine neue Langwaffe als Zwischenlösung. So schrieb das Army Contracting Command am 4. August 2017 die „Interim Combat Service Rifle (ICSR)“ aus. Bis zu 50.000 Gewehre sollen beschafft werden. Als Hintergrund nennt die U.S. Army eine Fähigkeitslücke bei der Wirksamkeit: So würden Infanterie und abgesessen kämpfende Kräfte Schwierigkeiten haben, ballistische Schutzausrüstungen mit derzeit genutzter Munition zu durchschlagen.
Das M14 war die letzte querschnittliche Langwaffe der U.S.-Streitkräfte in 7,62 x 51 mm. Es kam zwischenzeitlich als "Enhanced Battle Rifle" in der Rolle eines ZF-Gewehrs zurück in die Truppe. (Foto: U.S. Army)

Die neue ICSR – eine marktverfügbare Waffe im Kaliber 7,62 x 51 mm – soll gemeinsam mit der M80A1 Enhanced Performance Round (EPR) diese Lücke schließen und zum be- und niederkämpfen geschützter und ungeschützter Ziele dienen. Weitere Anforderungen: halb- und vollautomatisches Schießen möglich, Aufnahme eines Mündungssignaturreduzierers möglich, hohe Sicherheit, beidseitige Bedienbarkeit. Zudem sollen 20 - 30-Schuss-Magazine für eine Kampfbeladung von 210 Patronen (!) zum Lieferumfang gehören. Die gesamte Ausschreibung findet sich hier bei Federal Business Opportunities. Der S&T-Blog wird dieses Projekt aufmerksam verfolgen.

Samstag, 5. August 2017

Die letzten Stunden in Rödelheim - Sinn Spezialuhren zu Frankfurt am Main GmbH zieht um

Frankfurt a. M. (ww) Aus Rödelheim wird das westlich angrenzende Sossenheim, Mainhattan bleibt: Die Sinn Spezialuhren zu Frankfurt am Main GmbH zieht um.
Die alte Firmenzentrale (Foto: JPW)
Wer noch einmal in die alte Rödelheimer Firmenzentrale im Füldchen 5-7 will, sollte dies bis Mitte August erledigen. Vom 24. bis zum 28. August 2017 bleiben sowohl alte als auch neue Firmenzentrale für den Publikumsverkehr wegen des Umzugs geschlossen. Ebenso ist die Warenannahme zwischen dem 22. August und dem 3. September geschlossen. Die neue Firmenzentrale ist in der Wilhelm-Fay-Straße 21 in 65936 Frankfurt a. M. zu finden.
Die neue Firmenzentrale. (Foto: Sinn)
Die alten Telefonnummern behalten ihre Gültigkeit. Der S&T-Blog wünscht einen reibungslosen Umzug und freut sich schon auf den Besuch in den neuen Räumlichkeiten!

www.sinn.de

UfPro Monsoon im Mecklenburger Monsun

Güstrow (ww) Eine Neuerung des diesjährigen 9. Special Forces Workshops war (jedenfalls für mich, der bis dato nur die Güstrower Glutsonne erlebt hatte) der monsunartige Regen während des zweiten Tages. Doch jede Medaille hat zwei Seiten, und so konnte meine UfPro Monsoon-Nässeschutzjacke ihr Leistungsfähigkeit beweisen.
Mit der UfPro Monsoon im Mecklenburger Monsun. (Foto: JPW)
Um es gleich zu sagen: Sie hielt während ihres mehrstündigen Einsatzes im Mecklenburger Monsun dicht! Das liegt sicherlich an dem Qualitätsanspruch des slowenischen Unternehmens und dem Sachverstand seines Entwicklungsleiters Armin Wagner. Wer sich davon selbst überzeugen will und mehr über wasserabweisende und wasserdichte Bekleidung erfahren will, dem sei Armins aktueller Blog-Beitrag zu der Thematik ans Herz gelegt. Mehr zum 9. Special Forces Workshop in Güstrow in den nächsten Tagen hier und in den einschlägigen Publikationen.

www.ufpro.si

Freitag, 4. August 2017

Eine große Ehre - Instructor Professore Dottore 00

Fort Crack (ww) Zu den Höhepunkten im strategisch-taktischen Forscher- und Journalistenleben gehört es stets, lebende Legenden zu treffen. Ich hatte neulich wieder einmal das Vergnügen!

So lernte ich kürzlich endlich einen der sagenumwobenen Cracks der Szene kennen - Instructor Professore Dottore 00 (l.) und seinen Mitarbeiter Instructor Dottore Magister Duo. Ciao Ragazzi, es war mir eine Ehre!  Schönes Wochenende allerseits!

Mittwoch, 2. August 2017

Alles Gute, AUG - 40 Jahre Sturmgewehr 77

Bruckneudorf/Österreich (ww) Das österreichische Bundesheer hat auf dem Truppenübungsplatz Bruckneudorf den 40. Geburtstag seiner Standard-Langwaffe Sturmgewehr StG77 begangen.
Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil übergab zu diesem Anlass das neueste Modell der Waffe an Soldaten der Kaderpräsenzeinheiten und an die Militärstreife,
Minister Doskozil übergibt die neue Version des StG77 an die Truppe. (Foto: Bundesheer)

"Mit der Einführung der neuen Variante des StG77 ist ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung des Schutzes unserer Soldatinnen und Soldaten gewährleistet", so der Minister. Bereits seit 2016 investiert die Alpenrepublik jährlich etwa 10 Millionen Euro in die Bewaffnung ihrer Soldaten. Für die Infanterie und Spezialkräfte wurde die neue Version des StG 77 angeschafft, die nun zur Truppe zuläuft.

Montag, 31. Juli 2017

In tiefer Trauer - Spendenaufruf für die Angehörigen der "Tiger-Besatzung"

Fritzlar/Calw (ww) Am 26.072017 ist in Mali ein Kampfhubschrauber "Tiger" der Bundeswehr abgestürzt. Dabei kamen beide Besatzungsmitglieder, ein Major und ein Stabshauptmann ums Leben. Der S&T-Blog spricht allen Angehörigen, Kameraden und Freunden sein tiefes Mitgefühl aus.

Auch die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten ist von dieser Nachricht tief getroffen: "Wir trauern um zwei tapfere Soldaten. In Gedanken stehen wir in dieser schweren Stunde geschlossen an der Seite Ihrer Familien." Die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten sammelt Spenden auf folgendem Konto:

Einer von uns e.V
IBAN: DE59666500850004038410
BIC: PZHSDE66XXX
Verwendungszweck : Spende Mali
Die Spenden werden zu 100% an die Angehörigen weitergeleitet.

Freitag, 28. Juli 2017

Legendäre Lufthansa-Maschine "Landshut" kommt nach Hause

Berlin/Fortaleza, Brasilien (ww) Die Diskussion lief schon eine ganze Weile, jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen: Die legendäre Lufthansa-Maschine "Landshut" kehrt zurück in die Heimat. Die "Landshut" ist ein Symbol des Sieges des Rechtsstaates gegen terroristische Bedrohung . Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensische Terroristen die Maschine, um die Bundesregierung zur Freilassung von RAF-Terroristen zu erpressen. Nach einer Odyssee und der Ermordung des Kapitäns Jürgen Schumann (16. Oktober 1977 in Aden) landete sie schließlich in Mogadischu/Somalia- Dort befreite die GSG 9 in der Operation Feuerzauber  in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 alle verbliebenen Geiseln. Den Moment hielt Heinrich Achten auf einem Gemälde fest.

Wie verschiedene Medien berichten, soll die zuletzt in Diensten einer brasilianischen Fluggesellschaft gestandene und inzwischen flugunfähige Boeing 737-200 vom Auswärtigen Amt gekauft worden sein. Demnächst erfolgt der Lufttransport vom jetzigen Standort Fortaleza/Brasilien nach Deutschland. Hier soll die Landshut dann restauriert und im Dornier-Museum Friedrichshafen ausgestellt werden.

Montag, 24. Juli 2017

Nachwuchswerbung - na geht doch!

Eckernförde (ww) Gute Bezahlung, Studium, Aufstiegschancen - und dabei möglichst wenig Kriegsgerät. Daran hatte man sich bei Bundeswehr-Werbespots gewöhnt. Daß es auch anders geht, führt mal wieder die Deutsche Marine vor, mit einem sehenswerten Kampfschwimmer-Imagefilm.

Ahoi, Kameraden! Klasse gemacht!

Montag, 17. Juli 2017

System Infanterie von Rheinmetall

Düsseldorf (ww) Rheinmetall hat sein neues „System Infanterie“ vorgestellt. Das teilt der Düsseldorfer Konzern am 17 Juli 2017 mit. Das System Infanterie soll die Kampfkraft der abgesessenen Kräfte in Verbindung mit unbemannten Systemen und unterstützenden Feuerkomponenten erheblich steigern.

Die Komponenten des Systems Infanterie von Rheinmetall. (Foto: Rheinmetall)

Im Zentrum des Systems steht der Infanterist. Er übernimmt auch in den auf die neuen Einsatzszenarien ausgerichteten Landstreitkräften eine zentrale Funktion. Der Infanterist muss sich im hochmobilen, hauptsächlich abgesessenen Einsatz in schwierigem, unübersichtlichem Gelände und meist auch im urbanen Umfeld bewegen – teilweise unter extremen klimatischen Bedingungen. Er ist einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt und muss sich gegen symmetrisch und auch asymmetrisch operierende Gegner mit der angemessenen Intensität durchsetzen können.
Rheinmetalls System Infanterie vernetzt die Soldaten, ihre Sensoren und Effektoren einschließlich ihrer unbemannten Systeme und Fahrzeuge zu hoch wirksamen Gefechtsverbunden, schafft ein einheitliches Lagebild und bindet die einzelnen Komponenten in die vernetzte Operationsführung ein. Das System ist für den infanteristischen Einsatz in schwierigem Gelände einschließlich des Kampfes im bebauten Gelände ausgelegt.


Donnerstag, 6. Juli 2017

Nochfolge rollt - HX2-Familie wird neue Logistikfahrzeuggeneration der Bundeswehr

Koblenz/München (ww) Die Entscheidung im Großvorhaben „Ungeschützte Transportfahrzeuge (UTF) der Bundeswehr ist gefallen: Rheinmetall MAN Military Vehicles hat am 5. Juli 2017 einen Rahmenvertrag für die Lieferung von über 2200 hochmodernen militärischen LKWs an die deutschen Streitkräfte erhalten.
HX2 6x6 (Foto: Bundeswehr)
Die neuen Fahrzeuge der HX2-Familie von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) lösen ab 2018 die alten Modelle der KAT I-Generation ab, die teils schon vor 40 Jahren beschafft wurden. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der somit steigenden Ersatzteil- und Lebenswegkosten genügen sie nicht mehr heutigen Standards. Der jetzt durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erteilte und auf sieben Jahre angelegte Rahmenvertrag umfasst die Gesamtzahl von 2271 Fahrzeugen der HX2-Familie im Bruttowert von rund 900 MioEUR (760 MioEUR netto). In einem ersten Schritt wurde ein Los von 558 LKWs (inklusive Sonderwerkzeugen und Ausbildungsleistungen) unter Vertrag genommen, was einem Bruttoauftragsvolumen von rund 240 MioEUR (200 MioEUR netto) entspricht. Der überwiegende Teil der wesentlichen Komponenten – Motoren, Achsen, Getriebe und Aufbauten – entstammt deutscher Fertigung, die Montage der Fahrzeuge wird im Wiener Werk der RMMV erfolgen. Die Auslieferung dieses ersten Loses erstreckt sich auf den Zeitraum 2018 bis 2021.

HX2 - bewährte Großserientechnik maßgeschneidert für den militärischen Bedarf
Moderne Streitkräfte sind bei ihren Einsätzen im In- und Ausland darauf angewiesen, dass jederzeit Mobilität und zuverlässiger Nachschub sichergestellt sind. Robustheit, Vielseitigkeit und Funktionalität auch bei widrigsten Straßenverhältnissen und in schwerstem Gelände sind wichtige Kriterien. Von erheblich gewachsener Bedeutung sind auch flexibel zurüstbare Schutzlösungen, die der Sicherheit der Besatzungen dienen.

Die neueste HX2-Fahrzeuggeneration von RMMV erfüllt alle diese Kriterien. Sie basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung, im Bau und nicht zuletzt auch der Betreuung militärischer Fahrzeuge. Gleichzeitig gehören HX2-LKWs weltweit zu den Fahrzeugtypen mit der höchsten Einsatzerfahrung: Weltweit befinden sich bisher rund 10.000 Exemplare im Einsatz.
Die HX-Familie gibt es in den Varianten 4x4 (2-Achser) bis 10x10 (5-Achser) zum Beispiel als Cargo- oder Bergefahrzeug, als Tankwagen, Systemträger, Faltstraßen- oder Brückenleger. Die Motoren der verschiedenen Modelle sind auf eine Leistung von bis zu 680 PS ausgelegt.
Aus dem Fahrzeugfamiliengedanken resultiert eine weitgehend identische Bedienung, Wartung, Instandsetzung sowie Ersatzteilgleichheit und damit geringe Nutzungsdauerkosten. Darüber hinaus bietet RMMV Service aus einer Hand an.

Die Fahrzeugfamilie folgt konsequent dem MOTS-Ansatz (Military-off-the-Shelf): Genutzt werden erprobte und zuverlässige modifizierte Großserienkomponenten, die speziell auf militärische Bedürfnisse ausgelegt wurden, so dass maßgeschneiderte Militärfahrzeuge bei höchster Kosteneffizienz entstanden sind.
HX2 8x8 im Gelände (Foto: Bundeswehr)


Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der Fahrzeuge ist die nachhaltige Auslegung des Fahrgestells zur Tragfähigkeit von Schutzausstattung. Mit der höchsten Vorderachslast in seiner Klasse ist das Fahrzeug in der Lage, noch besser geschützte und ausgestattete Fahrerhäuser für bis zu drei Personen aufzunehmen. Die Kabinen können mit einer optionalen ABC-Schutzbelüftungsanlage, mit integrierten Führungs- und Informationssystemen, Anbindungen für Soldatensysteme, fernbedienbaren Waffenstationen, Jammern, aktiven Verteidigungssystemen (ADS) oder Schnellnebelschutzsystemen ausgerüstet werden.

Von vornherein sind diese Trucks nicht nur auf höchste Robustheit, Nutzlast, Mobilität und Geländegängigkeit ausgelegt, sondern serienmäßig gemäß STANAG auch auf Einsatz-bereiche bei Temperaturen von -32°C bis +49°C Grad Celsius. Sie können aber auch auf jegliche anderen klimatischen Bedingungen angepasst werden, so ist bei Bedarf für etliche Fahrzeuge ein Arctic-Kit für Temperaturen bis -46°C erhältlich. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ohne große Umbaumaßnahmen C4I Systeme einzurüsten. Die Fahrzeuge zeichnen sich auch über die beste erreichte EMV-Verträglichkeit bei LKWs aus.

Weitere spezielle Leistungsmerkmale sind die serienmäßige Watfähigkeit von 1,5 Metern ohne Vorbereitung und hochentwickelte Motoren mit voller F34-Treibstoffverträglichkeit gemäß NATO Single Fuel Konzept.

Weltweit in Nutzung
Die hohe weltweite Verbreitung von RMMV-Fahrzeugen bringt gerade im Hinblick auf multinationale Einsätze große Vorteile bei Interoperabilität und Logistik. Aktuell gehören unter anderem Großbritannien, Australien, Neuseeland und Dänemark zum Nutzerkreis. Norwegen und Schweden haben ebenfalls Aufträge in nennenswerten Größen bei RMMV platziert.
Mit der jüngsten Beauftragung durch die Bundeswehr stellt Rheinmetall einmal mehr seine führende Rolle als Systemhaus der Heerestechnik und insbesondere als Anbieter eines umfassenden Portfolios im Bereich der Ketten- wie auch der taktischen und der logistischen Radfahrzeuge unter Beweis.


www.rheinmetall-defence.de